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Ausgabe #66
Juli 2015

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008 – Diamantenfieber

Außer mit dem Schreiben ausgezeichneter, perfekt recherchierter und brillanter Artikel muss sich unsere Redaktion natürlich auch von Zeit zu Zeit mit ganz profanen Dingen herumärgern. So haben wir schon mehrere Versuche unternommen, einen Raum für unsere Redaktionsarbeit zu bekommen. Beim Durchsehen der Raumpläne stießen wir schließlich auf einen kleinen Kellerraum, den wir zuerst ins Auge fassten, bis wir dann erfuhren, dass er bereits einer AG, nämlich den Medienscouts zugeteilt war. Unter diesen Voraussetzungen waren wir natürlich völlig objektiv und kein bisschen missgünstig, also haben wir all unsere beträchtlichen journalistischen Fähigkeiten aufgeboten, um etwas über die Nutzung des besagten Raumes herauszufinden.

Zunächst wusste niemand in der Redaktion, was ein Medienscout ist und was er macht, aber das tut ja auch nichts zur Sache, ein guter Journalist schreibt einfach über Dinge, von denen er keine Ahnung hat, sonst wäre jeder Redaktionsschluss völlig unerreichbar – und die Presse schon längst ausgestorben.

Dann jedoch trat ein vermeintlicher Medienscout, der sich stets im Schatten versteckt hielt und einen großen Hut tief ins Gesicht gezogen hatte, an uns heran und klärte uns über die Nutzung des Raumes auf. Schließlich hatten wir uns bereits gefragt, wozu denn die Medienscouts einen Raum bräuchten, der ganz offensichtlich über keinerlei moderne Medien verfügen konnte, liegt er doch im Keller unserer Schule. Die Antwort auf diese Frage war einfach: Die Medienscouts lagern dort unten angeblich Materialien. Das ergab für uns natürlich Sinn: Sämtliche Klassenräume im Keller werden nicht mehr als solche genutzt, sondern dienen als Lagermöglichkeit, da ist es nur logisch, dass auch der letzte AG-taugliche Raum ausschließlich als Lager benutzt wird.

Dennoch wurden wir ein wenig misstrauisch und überprüften die Sache noch einmal. Von einer vertrauenswürdigen und zuverlässigen Quelle, die nicht genannt werden möchte, erfuhren wir schließlich, dass die Medienscouts, die uns schon von Anfang an nicht so ganz geheuer waren, nur eine Schein-AG seien. In Wahrheit diene der Raum ausschließlich dem illegalen Schmuggel von Diamanten.

Der erste stichhaltige Beleg für diese Behauptung wurde von den Medienscouts selbst erbracht, als einer ihrer Vertreter uns darlegte, der Raum werde außer für die Lagerung von dringend benötigten ‚Materialien‘ auch von einigen Lehrern  zum Abstellen ihrer  Fahrräder benutzt. Damit war dann auch klar, wie die großen Mengen von Diamanten aus dem Raum, der natürlich nur der versteckte Eingang zur strenggeheimen Diamantenmine ist, herausgeschmuggelt werden: raffiniert versteckt in den Rahmen der so sorgsam eingeschlossenen Lehrerfahrräder.

Aber das war uns noch nicht Beweis genug: Zu den von den ‚Medienscouts‘ selbst auf mvlg.de angegebenen Zeiten ihrer Treffen legten wir uns vor dem Raum auf die Lauer, um die dreisten Diamantenschmuggler auf frischer Tat zu ertappen. An einem Mittwoch, nach der elften Stunde, war es dann endlich soweit: Ein uns zunächst unbekannter Mann mit Fahrrad, der sich später als Lehrer unserer Schule herausstellte, verhielt sich schon zu Beginn der Beobachtung auffällig und verdächtig und so überraschten wir ihn und stellten ihn gleich zur Rede. Er weigerte sich, ein Interview zu geben, floh aber augenblicklich, als sich zufällig ein Polizeiwagen über die Rizzastraße näherte. Es kam zu einer mehrstündigen Verfolgungsjagd durch Koblenz, bei der nicht nur diverse Einbahnstraßenregelungen verletzt, sondern auch mehrere Polizeifahrzeuge schwer beschädigt wurden. Der Täter entkam, verlor aber auf der Flucht sein kostbares Fahrrad. Das zurückgelassene Gefährt wurde von den zuständigen Behörden genau untersucht, eine offizielle Stellungnahme können wir nicht vor dem Wochenende erwarten.

Derweil ist das Motiv der Tat bereits geklärt, und die politischen Verstrickungen sind tiefer als bisher angenommen: Die CDU hat sich offenbar stark verschuldet und suchte in ihrer Not, wenigstens offene Stromrechnungen bezahlen zu können, die Unterstützung rheinland-pfälzischer Schulen. Die Beweise für diese vielleicht waghalsige Theorie? Ganz einfach und nicht von der Hand zu weisen: Stellt man die Buchstaben des Wortes „Medienscouts“ nur richtig um, erhält man eine eindeutige Botschaft: „CDU MEINTE: SOS“. Ein Beweis, der nicht zu widerlegen ist. Und wieder einmal kann die HUPE-Redaktion stolz sein, einen Skandal am MvLG vollständig und ohne jeden Zweifel aufgeklärt zu haben.

Schlagwörter:

AG Diamanten Fahrrad Keller Medienscouts Mine Raum